Der Fluch des Wissens

In der Kommunikation ist es immer dann besonders schwierig, wenn unser Unterbewusstsein scheinbares Grundwissen als selbstverständlich voraussetzt. Also immer dann, wenn wir “mehr” über einen Sachverhalten Wissen als unser Gegenüber, wenn wir die Situation kennen und mit diesem Wissen Entscheidungen treffen.

von Klopfern und Zuhörern

In “Made to Sick” beschreiben Chip und Dan Heath ein Experiment:
Eine Gruppe Menschen wird in zwei Gruppen aufgeteilt, die “Klopfer” und die “Zuhörer”. Die “Klopfer” erhalten eine Liste mit einfachen Volksliedern. Sie sollen die Lieder nur durch Klopfzeichen auf dem Rücken eines Teilnehmers der “Zuhörer” übermitteln.

Die “Klopfer” wurden vorher gefragt “Wieviele Lieder glauben Sie, wird Ihr Gegenüber erkennen?” Getippt wurde auf 50 %, tatsächlich waren es am Ende nicht einmal 3%.

Wie kann man sich so verschätzen?

Klar bei einer Trefferquote von 3% würde sich niemand für Klopfzeichen zur Kommunikation von Liedern entscheiden. Das ist offensichtlich, aber für diese Geschichte nicht entscheidend. Die Klopfer haben sich gnadenlos selbst überschätzt!

Wenn du dir überlegst wie du ein Lied (sagen wir einfach mal “Alle meine Entchen”) klopfen würdest, hörst du zwangsläufig die Melodie im Ohr. Ich würde wetten, dass jeder Leser an dieser Stelle “Alle meine Entchen” im Kopf summt. Es ist nicht möglich dieses Wissen beim Klopfen auszuschalten. Und so erscheinen die Klopfzeichen viel einfacher und eindeutiger als für den “Zuhörer” der die Melodie nicht kennt.

Das ist der Fluch des Wissens!

Und so geht es uns ganz oft. Unser Unterbewusstsein setzt Wissen voraus obwohl unsere Zuhörer nicht darauf zurückgreifen können.

Typische Klopfer:
– Marketeers
– Lehrer
– Vorgesetzte
– Trainer

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